Kiefersfelden, März 2011 - „Nach der Nachtschicht zur Arbeit“
Zum dritten Geburtstag fuhren die Helfer vor Ort (HvO) mit ihrem kleinen Blaulicht-Flitzer als ortsnahe Unterstützung des Rettungsdienstes den 1000. Einsatz. Stolz gab dies Christian Knoblich, BRK-Vorsitzender der Gemeinschaft Kiefersfelden, und Marco Laner, Leiter der HvO, in der BRK-Jahreshauptversammlung bekannt.
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Über 1000 Einsätze leisteten die „Helfer vor Ort“ mit ihrem kleinen Blaulicht-Flitzer in nur drei Jahren. Stolz präsentieren sich (von links) Thomas Neugebauer (Leiter Rettungsdienst und stellvertretender Kreisgeschäftsführer), Marco Laner (stellvertretender Leiter der Gemeinschaften in Kiefersfelden), Christian Knoblich (Leiter der Gemeinschaften in Kiefersfelden), die diensthabende Mannschaft der HvO, Alexander Möller und Thomas Krause. Foto schmidt
Kiefersfelden - Kernziel ist, bei Notfallpatienten die häufige Sauerstoffunterversorgung des Gehirns zu minimieren. „Wir sind die Ersten draußen und bleiben bei Bedarf auch dann noch, wenn alle anderen schon wieder weg müssen“, beschreibt Laner die Vorteile des HvO. Zu leisten ist dies nur, solange genug ehrenamtliche Helfer bereit sind, ihre Freizeit für die Bürgerschaft zu opfern. Knoblich: „Die meisten Einsätze laufen nachts. Da geht nicht selten die Nachschicht in die tägliche Berufsarbeit über.“
Thomas Neugebauer als Leiter Rettungsdienst Rosenheim ist stolz auf dieses einzigartige Engagement und zeigt sich gleichzeitig erstaunt: „Bei solch hohen Einsatzzahlen ist die Nachtschließung der professionellen Rettungswache schwer zu verstehen.“ Dem schloss sich auch Bürgermeister Erwin Rinner an und versprach weiterhin finanzielle Unterstützung, denn: „Was zu oft als selbstverständlich angesehen wird, ist in Wirklichkeit unbezahlbares Ehrenamt.“
Stefan Müller, als taktischer Leiter für den Katastrophenschutz zuständig, lobte das neue Konzept des Landkreises. Als Teil der Schnelleinsatzgruppe (SEG) Inntal erfüllt Kiefersfelden wichtige Aufgaben im Bereich der Behandlung und des Transportes. 2010 musste man fünfmal ausrücken, vorrangig zu schweren Verkehrsunfällen. Damit im Ernstfall alles klappt, wurde eine gemeinsame Übung mit der Feuerwehr veranstaltet. Müller: „Der Behandlungszelt-Aufbau lief dabei reibungslos.“ Genauso erfolgreich lief die Übung zum Herbstfest Rosenheim und bei der Altenheim-Evakuierung in Bruckmühl.
Im Sanitätsdienst zeigte man bei 30 Veranstaltungen Präsenz. „Die Bandbreite reichte vom Tanzturnier bis zum Felsenzauber“, erinnerte Müller. Mehrere Patienten konnten zeitnah und vor Ort versorgt werden.
Der Soziale Arbeitskreis unter der Leitung von Gitti Müller-Holzmaier verwiesen auf die Ausrichtung von elf Seniorennachmittagen. „Sie finden jeden 3. Samstag im Monat im BRK-Heim statt“, so Müller. Höhepunkt der Aktivitäten 2010 war die Einweihung des Kleiderladens „Gutes aus zweiter Hand“ im August in der Dorfstraße. Thomas Neugebauer als Vertreter des Kreis-BRK zeigte sich begeistert: „Wir sind stolz auf die Kieferer. Hier passiert Gewaltiges.“ Gleichzeitig bedankte er sich bei den 16 ehrenamtlichen Helferinnen für ihr Engagement.
Viel wird auch für die Jugend des Roten Kreuzes getan. Jugendbeauftragter Sigi Maier: „Allein beim Training waren durchschnittlich 14 Kinder und Jugendliche aktiv.“ Hinzu kamen Teilnahmen bei Wettbewerben, Zeltlager und Ferienspaß am Kieferer See.
Die Wasserwacht des Ortes gehört seit vielen Jahren zur tragenden Säule des BRK. Christian Forster als Leiter der Kreiswasserwacht fand viel Lob: „Die Gemeinschaft Kiefersfelden war mit der engen Verzahnung von Wasserwacht und Sanitätsdienst der Zeit weit voraus.“ Auch die Zahlen, vorgetragen vom technischen Leiter der Wasserwacht Christian Adam, untermauerten die bleibende Stärke. Über 1000 Stunden Dienst wurden am Kieferer See geleistet, ergänzt durch 200 Stunden Naturschutzarbeit. Bei 36 Trainingstagen bildete man sich über 800 Stunden lang fort.
Christian Knoblich brachte das Engagement auf den Punkt: „Die Gemeinschaft mit allen Untergliederungen hat noch nie so viele Stunden wie 2010 geleistet.“ Würde dies von bezahlten Kräften geleistet werden, müssten zehn Vollzeitkräfte eingestellt werden. roc